Gastkommentar: Endlager nirgendwo

Hier nicht! Kein Atommüllendlager bei uns. Es ist so schön, wenn sich mal alle Parteien einig sind, ja sogar alle Bürger. Irgendwie zu schön, um wahr zu sein, oder? Naja, egal. Wir, die Partei für Leute und Kram, fordern schon seit langem, dass nirgendwo ein Endlager gebaut wird. Wir würden uns gerne damit selbst in Facebook-Werbung feiern, haben aber leider kein Geld dazu.

Jetzt wird der geneigte Logiker sagen: Moment, wir haben seit über 40 Jahren im Namen der billigen Stromproduktion Atommüll produziert und jetzt fällt uns auf, dass wir das Zeug nirgendwo lagern wollen, weil die Folgen ziemlich krass sind? Aufgefallen ist uns das viele Male, nur ist das mit der Suche schwierig und ein richtig beschissenes Thema, wenn man noch mal Wahlen gewinnen will.

Und natürlich sollten wir, die Politik, Alternativen vorschlagen, wenn wir laut NEIN rufen. Aber… wenn Tihange nicht irgendwann explodiert und das mit der Endlagersuche deutlich vereinfacht, wird irgendein Landesteil in den sauren Apfel beißen müssen. Sehen Sie es als eine verspätete Stromrechnung.

Vielleicht kommt ja noch jemand auf eine richtig tolle Idee, wie man Atommüll sicher endlagert. Wir haben ja erst 45 Jahre auf eine deus-ex-machina Lösung gewartet, warum jetzt damit aufhören? Oder wir gehen wieder zurück zu den Anfängen, als so viele Länder den Atommüll einfach ins Meer schmissen, bis wir aufhören mussten weil die Fischstäbchen komisch schmeckten. Und wehe jetzt kommt wieder einer auf die Idee, auf die Straße zu gehen, nur weil die vorherigen Generationen uns das eingebrockt haben! Es war Atommüll oder Windräder, und mir kommt so was furchtbares jedenfalls nicht in die Nachbarschaft!

Wir, die Partei für Leute und Kram, möchten ein positives Beispiel setzen und Lösungen vorschlagen:

  • Space Dump: Warum nehmen wir nicht all den ultra-giftigen Müll, spannen ihn auf eine Rakete und schießen ihn weit weit weg von uns? Die Idee ist nicht neu, aber wir sehen das Risiko einer Verseuchung unseres ganzen Planeten als geringer als das Risiko niemals eine andere Lösung zu finden.
  • Kommerz, Kommerz: Warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, den Kram zu verkaufen? Es muss doch Menschen geben, die dem Staat diese Sachen abnehmen? Was ist mit den Kriegstreibern, denen wir unsere Waffen teuer verkaufen? Oder mit wütenden Menschen in einem Nachbarschaftsstreit? So ließe sich der Ausstieg aus dem Atomzeitalter sogar finanzieren!
  • Zeitreisen: Okay, vielleicht klingt das etwas bizarr, aber wir glauben, dass es wahrscheinlicher ist, eine Zeitmaschine zu bauen, als einen Endlagerort zu bestimmen. Und mit dieser ist die Frage dann nicht mehr wo wir den Kram lagern, sondern wann. Und seien wir mal ganz ehrlich: Wer möchte nicht den Gesichtsausdruck von Zukunfts-Greta sehen, wenn die Kinder gegen die Generation demonstrieren, die ihnen Atommüll durch ein Zeitportal vor die Tür gelegt haben?! #FridaysAgainstTimetravel

Uns ist klar, dass wir mit dieser Art von Kommentar vielen Lesern die Laune verderben. Deshalb sind wir auch nicht im Parlament. Und weil wir den Papierkram für die Wahlen verschludert haben. Okay vielleicht ist ein Politiker, der ein dreiseitiges Dokument auf dem Weg zum Amtsgericht verliert, nicht die richtige Person um radioaktiven Müll zu entsorgen, aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, das Thema zu besetzen – ich meine das Richtige zu tun!

In der Zukunft, wie auch in der Vergangenheit, 
Präsident der Partei für Leute und Kram
Garry B.

Die Partei für Leute und Kram veröffentlichte inzwischen auch ein paar Partei-Poster zu diesem Thema:

Ein Kommentar zu “Gastkommentar: Endlager nirgendwo

  1. Wie wäre es mit einer Endlagerung in den Corona-bedingt zu schließenden fleischverarbeitenden Betrieben in Deutschland, die ja sowieso in Arbeitskräfte-Billig-Länder ausgelagert werden sollen? Die Gebäude könnten so effektiv genutzt werden.

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